Die Rufnummernmitnahme (Portierung) ist seit Dezember 2021 für Anbieter kostenlos, vorher durften sie bis zu 30,72 Euro verlangen. Du hast außerdem einen gesetzlichen Anspruch auf den Wechsel innerhalb eines Werktages, sofern du den Antrag rechtzeitig stellst. Trotzdem scheitern Portierungen regelmäßig an Kleinigkeiten: ein Tippfehler im Geburtsdatum, eine zu späte Kündigung, ein Rufnummern-Inhaberwechsel der Vergangenheit. Du brauchst keine Vorkenntnisse, aber du brauchst eine saubere Reihenfolge.
Was Portierung rechtlich für dich bedeutet
Seit der TKG-Novelle Ende 2021 ist die Mitnahme deiner Rufnummer im Mobilfunk und Festnetz für dich kostenlos. Der abgebende Anbieter darf dir keine Gebühr in Rechnung stellen, der neue ebenfalls nicht. Du behältst deine vorhandene Nummer auch dann, wenn der bisherige Vertrag schon gekündigt ist, bis zu 90 Tage nach Vertragsende kannst du die Portierung noch beantragen. Danach geht die Nummer zurück in den Pool der Bundesnetzagentur und ist verloren.
Wichtig: Der neue Anbieter führt die Portierung durch. Du beauftragst sie also nicht beim alten Vertrag, sondern beim Neukunden-Antrag. Die meisten Anbieter haben dafür ein eigenes Häkchen im Online-Bestellprozess, manchmal heißt es "Rufnummer mitnehmen" oder "Portierung beantragen". Verpasst du das Häkchen, bekommst du automatisch eine neue Nummer, und die alte verfällt mit Vertragsende.

Du hast außerdem das Recht auf eine Portierung innerhalb eines Werktages, wenn der alte Vertrag bereits beendet ist. Bei laufenden Verträgen kannst du den Wechseltermin frei wählen. Klappt etwas nicht, hast du Anspruch auf 5 Euro pro Tag Verzögerung, gegen den verantwortlichen Anbieter.
Die fünf Daten, die du beim Antrag brauchst
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Damit die Portierung durchläuft, müssen die Daten beim alten und neuen Anbieter exakt übereinstimmen. Schon ein abweichendes Geburtsdatum oder eine alte Adresse führt zur Ablehnung, und du verlierst Zeit.
| Datenfeld | Quelle | Häufige Fehler |
|---|---|---|
| Vor- und Nachname | Personalausweis (alter Vertrag) | Geburtsname statt Ehename |
| Geburtsdatum | Personalausweis | Tippfehler im Online-Formular |
| Aktuelle Anschrift | Adresse aus Vertrag | Umzug nicht gemeldet |
| Rufnummer | Letzte Rechnung | Mit/ohne Vorwahl uneinheitlich |
| Kundennummer | Login alter Anbieter | Vertragsnummer mit Kundennummer verwechselt |
Lege dir vor dem Antrag die letzte Rechnung und den Personalausweis bereit. Bei Telekom, Vodafone und O2 findest du die Kundennummer im Login-Bereich unter dem Vertragsmenü oder oben rechts auf jeder Rechnung. Bei Discountern wie Aldi Talk oder Congstar steht sie meist im Begrüßungsschreiben oder in der App.
Drei Wege: Bei laufendem Vertrag, am Ende der Laufzeit, mit Prepaid
Welcher Ablauf für dich gilt, hängt vom Vertragstyp ab.

Laufender Postpaid-Vertrag: Du beauftragst beim neuen Anbieter die Portierung mit Wunsch-Stichtag. Der alte Vertrag läuft regulär weiter, bis zur Mindestlaufzeit zahlst du beide Verträge parallel, sofern du nicht zum Ende kündigst. Diese Variante wählst du nur, wenn du dringend wechseln willst und Doppelkosten in Kauf nimmst.
Vertrag zum Laufzeitende: Der saubere Weg. Du kündigst rechtzeitig (drei Monate vor Ende, sonst verlängert sich der Vertrag um bis zu 12 Monate, bei Verträgen ab März 2022 nur noch um einen Monat). Beim neuen Anbieter beantragst du die Portierung zum Laufzeitende, der alte Anbieter bekommt die Aufforderung automatisch.
Prepaid-Karte: Hier ist es am einfachsten. Du brauchst nur die Rufnummer, das Geburtsdatum und ein Restguthaben von 0 Euro (manche Anbieter zahlen dir das Guthaben aus, andere nicht). Eine Kündigung ist nicht nötig, der Vertrag endet automatisch mit dem Tag der Portierung.
Timing: Wann du den Antrag stellst
Die Reihenfolge entscheidet, ob du Doppelkosten zahlst oder nicht. Stell dir den Ablauf so vor: Du planst rückwärts vom Laufzeitende. Die Mindestlaufzeit deines alten Vertrages findest du auf der ersten Rechnung oder im Vertragsdokument. Drei Monate davor (oder einen Monat bei Verträgen ab März 2022) musst du gekündigt haben. Den neuen Vertrag bestellst du etwa zwei bis drei Wochen vor dem Wechselstichtag. So hat der neue Anbieter genug Vorlauf, um die SIM zu verschicken und die Portierung beim alten Anbieter anzustoßen.
Vergiss den Termin: Die meisten Portierungen laufen am ersten Werktag nach dem alten Vertragsende. Manche Anbieter portieren auch mitten am Tag, dann hast du für ein paar Stunden weder im alten noch im neuen Netz Empfang. Plane keine wichtigen Anrufe für diesen Tag und prüfe abends, ob das Mobile Internet wieder funktioniert.
Wer kurzfristig wechseln muss (zum Beispiel weil das Netz im neuen Wohnort nicht funktioniert), beantragt einen Sonderkündigungsgrund beim alten Anbieter. Schlechter Empfang allein reicht nicht, aber dauerhaft fehlender Empfang am Hauptwohnsitz ist ein anerkannter Grund. Du brauchst Belege: Screenshots des Netzempfangs, Messungen mit der App "Netzabdeckung" oder ein Schreiben des Anbieters, das die Lücke bestätigt.
Was schief geht, und wie du es löst
Die häufigsten Probleme treten bei abweichenden Vertragsdaten auf. Du hast vor zwei Jahren geheiratet, deinen Namen beim alten Anbieter aber nie aktualisiert? Dann lehnt der neue Anbieter den Antrag ab, weil der Datenabgleich nicht passt. Lösung: Erst den alten Vertrag aktualisieren (Heiratsurkunde an den Kundenservice), dann portieren.
Ähnlich bei Adresswechseln. Wenn beim alten Anbieter noch deine alte Wohnung hinterlegt ist und du auf dem neuen Antrag die neue Adresse einträgst, scheitert die Portierung. Aktualisiere immer zuerst beim alten Anbieter und stelle den Portierungsantrag erst, wenn die neuen Daten dort bestätigt sind, meist innerhalb von zwei bis fünf Werktagen.
Ein dritter Klassiker: Du hattest vor Jahren einen Vertrag, hast die Nummer auf einen Familienangehörigen umschreiben lassen, willst sie jetzt zurückportieren. Dafür braucht es eine Einverständniserklärung des aktuellen Inhabers, sonst lehnt der alte Anbieter ab. Das Formular gibt es bei jedem Anbieter im Kundenbereich oder telefonisch.
Was es kostet, und wer bezahlt was
Die Portierung selbst ist kostenlos, das ist gesetzlich geregelt. Trotzdem fallen Kosten an, wenn du nicht aufpasst. Doppelte Grundgebühr in der Übergangszeit ist die teuerste Falle. Wenn dein alter Vertrag noch sechs Monate läuft und du sofort wechselst, zahlst du sechs Monate doppelt, bei 30 Euro pro Monat sind das 180 Euro für nichts. Die Portierungs-Ersparnis durch einen günstigeren Anbieter wird damit aufgefressen.
Manche Anbieter werben mit Bonusgutschriften für die Mitnahme der Rufnummer, meist 10 bis 30 Euro. Diese Boni gelten nur, wenn die Portierung tatsächlich durchläuft. Scheitert sie aus deiner Schuld (falsche Daten), bekommst du den Bonus nicht. Liegt es am Anbieter, ist das anders zu bewerten, Beschwerde bei der Bundesnetzagentur lohnt sich, wenn der Anbieter nicht reagiert.
Auch Versandkosten für die SIM-Karte sind nicht immer kostenlos. Discounter wie Aldi Talk oder Lidl Connect verlangen 4,95 bis 9,95 Euro Aktivierungsgebühr, manche Postpaid-Anbieter werben mit "SIM kostenlos", ziehen die 9,99 Euro aber bei der ersten Rechnung ab.
Im Alltag-Test
Plane vier Wochen für den gesamten Wechsel ein und arbeite die Reihenfolge sauber ab: Daten beim alten Anbieter prüfen und ggf. aktualisieren, neuen Vertrag mit Portierungs-Häkchen bestellen, alte SIM bis zum Stichtag aktiv lassen, am Stichtag die neue SIM aktivieren. So vermeidest du die typischen Stolpersteine. Mehr zur Tarif-Auswahl findest du in unserem Tarifvergleich für 5G-Tarife, gerade beim Wechsel lohnt sich der Blick auf das Netz im neuen Wunsch-Anbieter.
Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt sich vom neuen Anbieter eine schriftliche Bestätigung zum Portierungsdatum geben (E-Mail reicht). So hast du im Streitfall einen Beleg für den 5-Euro-pro-Tag-Anspruch. In der Regel klappt der Wechsel aber binnen 24 Stunden.


